10.04.2010

Der Volks-Lexus

Der nicht ganz so ruhmreiche Addi Hiddi, auch Führer genannt, kam auf die glorrreiche Idee dem deutschen Volk die Autobahn und den Volkswagen zu spendieren. Addi Hiddi gibts nicht mehr , dafür Volkwagen und Autobahn. Der Deutschen liebstes Gut.

Ukraina hat und hatte keinen Addi Hiddi , obwohl sie wohl gerne einen haben wollten (oder sollten). Und sie haben keine Autobahnen. Demzufolge auch keinen Volkswagen.

Das hat sich die Firma Toyota zu Nutze gemacht und brachial die Sparte ihrer Lexus-SUV ausgebaut. Abgesehen von den Main-Roads gibt es in Ukraina keine Straßen die man ausnahmlich schwerer Kettentechnik oder SUV befahren kann.
Da Porsche in Leipzig den Cayenne nur mit jahrelangen Wartezeiten in Ukraina ausliefern kann, was wiederum für einen neureichen Ukrainer üüüberhaupt nicht akzeptabel ist, ist nun Toyota Marktführer. Das liegt aber überhaupt nur daran, dass die Jap´se jahrelang auf Halde produziert haben, weil ein halbwegs intelligenter Mitteleuropäer oder Ami um´s Verrecken nie einen Lexus fahren würde. Obwohl ich mir bei den Ami´s nicht so sicher bin.

Da es aber in Ukraina auch Ukrainer gibt, welche nicht Neureich sind, und sich mit ihren alten Wolgas, Shigulis und Ladas durch die "Straßen" kämpfen, zwängt sich mir die ultimative Geschäftsidee auf. Mit Reich-Werd-Garantie!
Ich werd mal aufklären, ob für dieses Vehicle hier,

dessen Lizenz abgelaufen ist, nicht die Möglichkeit besteht eine Low-Budget-Version zu bauen. Bestenfalls als Joint Venture von Sachsenring Zwickau und der hiesigen Panzerfabrik.

Dann kann sich jeder Ukrainer ein Fahrzeug leisten, welches erschwinglich und nebenstraßentauglich ist. Ich werde reich und spendiere der Ukraine eine Autobahn ! Und dann bin ich ....

Darauf ein zackiges "Hallo Melittchen" .... Arm heben nicht vergessen!...


... so ein Quatsch gelle !


22:52 H
Meine Obermieter sind mal wieder kräftig beim korpulieren, dass bei mir die Bude wackelt, man bedenkenlos ein Metronom eichen könnte und ich stelle fest, dass die Idee mal beizeiten schlafen zu gehen eine Scheißidee war. Nebenbei muss ich neidvoll gestehen, dass die Jugend von heute extrem ausdauern ist. DER Spaß geht schon geschlagene 32 Minuten...und ich weiß in cirka 2 Stunden : "The same procedure as ...."
Ich muß mal fragen , was die sich vorher einziehen. ICH will DAS auch haben !
Also habe ich mal eben wegen korpulationsbedingter Schlaflosigkeit beschlossen hier ein bisschen rumzuschreibseln und ein paar Bilder einzustellen.
23:20 h : Mann !! Ich brauch das ZEUG auch !!! Es geht schon wieder los da obeN !!! :=)
23:29 h : Jetzt hats gerummst da oben, irgendeiner ist auch dem Bett gefallen ... dafür ist jetzt Ruhe
23:30 h : es geht weiter ,nicht mehr ganz so laut , ... offensichtlich neben dem Bett

Ich komm heut nicht dazu, etwas halbwegs ordentliches zu schreiben.

***
Irinas Mutter arbeitet in einer Fabrik, welche Tanks produziert. Nicht irgendwelche Tanks, sondern Panzer. Ukrainiens Exportschlager. Eigentlich müßte das Land steinreich sein.

23:34h ... jetzt ist wieder einer aus dem Bett gefallen

Und weil Panzer auch im Winter ihren Dienst versehen sollten, werden sie in der zweiten Jahreshälfte in ungeheizten, schweinekalten Fabrikhallen produziert. Und genau da ist meine geschmuggelte "Gekörnte Brühe" gelandet.

Melittas Schmuggelbrühe ,immerhin 3 kg sprich 140 Liter feinste Vorkriegsware, erwärmt nun in Ukrainiens Panzerfabriken die frierenden Panzerfabrikarbeiterinnen.

Geile Mucke, gelle ! Hoffentlich gehn die von nun ab produzierten Panzer nicht an irgendwelche Muselmanen, ansonsten laufe ich Gefahr wegen Unterstützung terroristischen Vereinigungen nach Guantanamo exportiert zu werden. Das wäre sehr grausam, denn dort läuft rund um die Uhr MDR Radio Thüringen im Lagerfunk.

***





Украинские женщины

Ukrainerinnen gehen straight forward.
Da gibts keine Hemmungen.
Die sagen Dir was sie wollen.
Eiskalt... ohne Rücksicht auf Verluste. ... oder vielleicht doch Verluste ?!

Ist alles etwas arg gewöhnungsbedürftig für einen Deutschen. :=)

Ich hab mich mit Natalia aus Mariupol letztens unterhalten. Ihr Resumee " Du denkst zu viel!"
Hhmmm , Deutschland , das Land der Dichter und Denker....schlechter Platz für Euch in Ukraina :=)

+++

"Why you must plan everything?" Devuchka ! Ich deutsch ! Nemez ! Panjatno?
Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Planer :=)

***
Morgen werd ich, wenn nichts dazwischen kommt, das erste Mal in meinem Leben Sushi essen.
Dafür bin ich 2500 km gereist :=)



09.04.2010

Kleiner Irrtum bei Google

Klickt man den kleinen Button "nächstes blog" da oben, kommt man zum nächsten Blog.
Nicht irgendeiner, sondern dem allgemeinen Thema meines blogs zugeordnet.

Das macht Google.
Automatisch, weil das sind Profis.

Hallooo !! Jugendfreunde !!!

Mein blog hat mit Rezepten für Forellen-Gurken-Creme oder Schokohasenmuffins und "Wie stricke ich ein Kinderkleid" definitiv nichts zu tun !!!
Auch ist mir scheißegal ob Familie Reffling zum Frühstück gern Semmeln vom Bäcker isst und hier ihre "Füllungen" kundtut.
Ja, und Renate ist der Stempelwelt verfallen ....

Gehts noch ?



Subbotnik , Yeah Yeah Yeah

Meine letzte Teilnahme an einem Subbotnik dürfte so ein Vierteljahrhundert zurückliegen. Man nahm es locker und den Beatles sei Dank mit einem Lied auf den Lippen : "Subbotnik Yeah Yeah Yeah"



Nach fast 20 Jahren Unabhängigkeit und Marktwirtschaft :=) steht jeniger Subbotnik noch immer auf der Tagesordnung. Man pflegt eben Traditionen in Ukraina: Zwei Samstage in Folge haben alle Lehrer und -innen Schulhof zu kehren.
Wow! Zu meiner Zeit haben die Schüler gesubbotnikt und die Lehrer Kaffee getrunken.
Im Lehrerzimmer, versteht sich !

Nun nutzt aber jeder Lehrer im allgemeinen den Samstag dazu um private Stunden zu geben; das erscheint bei einem Salaire von knapp 180 Euro/Monat zum Überleben auch ziemlich wichtig. Somit bringt dieser "freiwillige" Subbotnik neben schön anzusehenden sauberen Schulhöfen auch schwerwiegende volkswirtschaftliche Konsequenzen.

Von daher schlage ich vor, den Subbotnik in general auf Sonntag zu verlegen !!!
Dann geht dieser Tag für die Familie zwar auch über den Jordan, aber die volkswirtschaftlichen Verluste halten sich in Grenzen.

Glaubt mir ! Ich hab den Scheiß studiert. In der Subbotnik-Era

08.04.2010

Proteste

Nein, ich denke da nicht an die Proteste die hier auf der Tagesordnung stehen. Am liebsten möchte man wieder Sovietskiy Sojus. Das wiederum ist bei den Lebensumständen der Nicht-Porsche-Fahrer vollkommen verständlich.
Nein , Devuchka hat protestiert, weil ich geschrieben habe, dass Ukrainer keinen Weichspüler brauchen.

Devuchka, für Lederjacken und synthetische Hosen braucht man keinen Weichspüler ! Das weiß sogar ich.

:=)

Rock'n Roll und Muttermilch

Mangels Feuerzeug brennt in meiner "Küche" die ewige Flamme am Gasherd; freilich nur bis ich wieder in die Stadt komme und herausgefunden habe, wie das wichtigste Raucherutensil auf Russisch heißt.

Dank Devuchka's Fernübersetzung vom Ukrainischen ins Englische funktioniert mein Mobilinternet nun im Kostensparmodus und ich kann rücksichtslos draufzuinterneten :=)

Gestern gabs Kultur pur. Nicht органний зал , das steht heute auf dem Plan (die Billets dafür habe ich gestern gekauft, GANZ allein !! Mann, bin ich stolz auf mich :=)) , sondern Live Music und frisch gezapftes Guinness. Sozusagen Muttermilch und Rock´n Roll.
Da Devuchka mich abgöttisch liebt (keine Ahnung ob , irgendwann muß ich das mal hinterfragen) und meine Heavy-Metal-Seele etwas erfreuen wollte, hat sie nach Stunden Telefonierens und Befragens herausgefunden, wo es denn in der Millionenstadt Live-Music der etwas härteren Gangart gibt : арт-кафе "Агата"

Ein ausgebauter Keller mit Flair und erstaunlich guter Akkustik.
Künstler des Abends : Pascha Pavlov , ein begnadeter Guitarrist, welcher extra aus Moskau gekommen ist. Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass russische Rockmusic nicht unbedingt zu den schlechtesten gehört. Devushka hat festgestellt, dass man Guinness auf jeden Fall auch trinken kann. "It´s so soft" . Hhhmmm, unter dem Blickwinkel hab ich das noch nicht gesehen. Auf jeden Fall hegt sie jetzt Verständnis für meine Leidenschaft zur Irischen Muttermilch. Man kann auch "Flüssige Liebe" dazu sagen :=)

06.04.2010

Waschmaschinen und Modems

Mit beiden kann man so seine Probleme haben, wenn man der ukrainischen Sprache nicht mächtig ist. Da hilft auch ein absolvierter Russisch-Kurs ÜÜÜberhaupt nichts.

Das gute Spee (das allbekannte Waschmittel) gibt es hier auch im käuflichen Erwerb. Unter Berücksichtigung der Bevölkerungsstruktur sogar in der praktischen Ein-Personen-Haushalts Größe.
Das ganze kostet 65 Cent. Ergänzt man das ganze um ein Fläschchen Weichspülmittel hat man sich wiedermal als Ausländer geoutet. Oder als Weichei, weil Ukrainer brauchen keinen Weichspüler.

Nach einer Stunde experimenteller und schweißtreibender Erkundung des Waschautomaten läuft dieser nun im gewählten Programm (so hofft man jedenfalls).

Dieses kann wiederum von meinem Modem nicht behauptet werden. Es läuft zwar, allerdings in einer sehr monetenfressenden Einstellung. Das liegt wiederum daran , dass meinereiner nicht in der Lage war der Ukrainischen Gebrauchsanweisung zum Tarifwechsel zu folgen. Ich werd mal mein momentanes Guthaben von 68 Griwnen verbraten und morgen mitsamt Modem meinem Lieblingstelefonkartenverkäufer Aljoscha einen Besuch abstatten. Der lächelt immer sehr freundlich und spricht ein excellentes English. Der hilft mir bestimmt.
Da die UMTS- Modems in der Ukraine gebranded aber ohne SIM-Lock verkauft werden, ist zu überlegen , ob man sich nicht eines für den Gebrauch in Ol´Germany zulegt.

*****

"Durch diese hohle Gasse ...." ... hhmmm, eine hohle Gasse war es nicht. Aber die Treppe bei den Kaskaden im Shevchenko-Park, welche ich mit schweren Einkaufsbeutel und Muskelkater im rechten Bein zu erklimmen hatte. Nach zwei Stunden Bowling im Club Kompass und vier Strikes in Reihenfolge darf man als Mittvierziger auch mal einen Muskelkater vortäuschen, gelle :=)


*****

Gute Pizza nach dem Bowlen gibts bei "Adriano" in der Uliza Gagarina, der Quadratmeter kostet so um die sieben Euro und ist vollkommen ausreichend für Drei.

Ausserhalb des Stadtzentrums befinden sich die Strassen Charkovs in einem Zustand, welcher mich an die Motocross-Strecke in Ruhla erinnert

Meinen Kommentar darüber " Diese Strassen sind seit dem letzten Krieg nicht mehr repariert worden" quittiert Oleg, der Taxidriver, mit einem herzlichen Lachen: "это очень правильно"

Dafür sind sie (die Strassen) aufwendig dekoriert. Einige Stillleben :




Schämt Euch !

Ostern

Nun, Devuchka ist nicht unbedingt eine, welche sich als Hardcore-Verfechterin des orthodoxen Glauben bezeichnen kann. Die von ihr befragten Freundinnen auch nicht. Von daher habe ich leider die Ostermesse, welche as usual um Mitternacht stattfindet, verpasst.
Keiner wusste, was wann wo stattfindet. War also nix mit den geliebten orthodoxen Gesängen, wir waren erst gegen 4:00 in/am/um die/der Kirche.

Devuchka musste vorher erst mal noch nach Hause , Kopfbedeckung sprich Kopftuch holen. Weil ohne jeniges dürfen Frauen nicht in die Kirche. Und Eier. Ja! Eier fehlten im Sammelsurium der zu segnenden Lebensmittel. Ostereier! Bunt bemalt. Normalerweise alles in einem Korb, aber eine Plastikeinkaufstüte vom Supermarkt macht´s auch. Sind eben praktisch veranlagt, die Ukrainer.
…..

Ja der Pope hat sie gesegnet. Mit Weihwasser .

Unsere Lebensmittel : Wein, Eier, Käse, Lachs und Kaviar (man lässt sich ja nicht lumpen) und den traditionellen Osterkuchen. Mich hat er auch gesegnet. Für den Zeitraum von fünf Minuten fühlte ich mich nass und auch ganz erhaben.


…..
Wir waren eingeladen.
Ich genoss den stressbedingten Verlust von 10 Jahren Lebenserwartung, weil ukrainische Frauen eine „Reise“ über 30 km „planen“
Ich genoss eine Zugfahrt in der Holzklasse der hiesigen Bahn
Ich genoss hausgemachte ukrainische Küche.
Ich genoss Schaschlik vom Grill.Ich genoss als Fremder ukrainische Gastfreundschaft.
Ich genoss Wodka ohne Ende.
Ich genoss Loblieder auf die Qualität deutscher Autos.
Und ich genoss wieder Wodka ohne Ende.
Und ich genoss eine Marschrutka-Fahrt „heimwärts“ mit dem Kopf einer schlafenden schönen Frau an meiner Schulter.
Ob ich das äußerst zackige „Heil Hitler“ zur Begrüßung im Nachhinein geniesen werde, weiß ich noch nicht. Aber offensichtlich haben wir Eindruck hinterlassen :=)

DANKE , Wowa & family !!!

03.04.2010

Bier,Kiyvstar , Regenschirme und ...

"Добрый вечер!

дайте мне пожалуйста две бутылки чёрного пива. "

...

"скажите мне пожалуйста, какая У вас самая большая бутылка воды?"

...

"Я bозьму тоже две бутылки."


Jawohl ja , Kolja ! Sie kennen ihn noch ! Beide haben gegrinst bis über beide Ohren. Wie die Honigkuchenpferde. Irina war eben doch eine gute Lehrerin.


спасибо большой!


Ich bin ein bodenständiges Individium. Also erster Weg zum RUDUG-Kiosk ... (dabei hab ich von meinem diesigen Apartment auch nur über die Straße zu gehen zu RUDUG2 :=)


Ja, nebenbei bei kiyvstar SIM karte für Internet gekauft und nach 20 Minuten wieder aufgeladen. Vollkommen ohne Hilfe eines Dritten. Und in Russisch !!! Nich dass hier jemand auf die Idee kommt in Charkov wird noch deutsch gesprochen. Nach dem nächsten Feldzug vielleicht wieder!


Und es hat geregnet. я забывал мой зонт. Ich vergaß meinen heißgeliebten, schwer erkämpften Regenschirm. ICH habe einen neuen gekauft. Metro Stanzia Universitetskaya. Für 23 Griwnen und ein Lächeln der Verkäuferin, der wahrscheinlich mein Akzent gefallen hat. Dafür gibts in Ol´Germany nicht mal eine Schachtel Zigaretten. Ich meine für 23 Griwnen !!!


****


Ich hasse es, wenn ich in eine Restauration komme und ohne ein Wort gesagt zu haben die englischsprachige Karte in die Hand gedrückt bekomme.






02.04.2010

Jetzt weiß ich es

Ja genau , jetzt weiß ich aber ganz genau wie sich ein Kunstobjekt im Museum fühlt, wenn es denn so betrachtet wird. Was heißt betrachtet. Beäugt, begutachtet, ungläubig fixiert. Im vollen Lauf innehaltend erkennt man das Objekt, Brille gezückt. Die Augen wandern von links nach rechts , nach unten oben und zurück nach links. Denkerfalten legen sich auf die Stirn, … kommt da noch was …. Oder nicht. …Da muss doch irgendeine Bewegung sein…. Schau mal , gut dass wir noch mal geschaut haben….Hhmmm sieht recht stimmig aus ….Na gucke mal da…. Mann, da hab ich doch fast was verpasst ….War das beim letzten mal auch so …….

Durchschnittliche Verweildauer drei Minuten.

Ja, ich weiß nun wie sich das Objekt der Begierde und Notwendigkeit fühlt. Ich saß direkt vor der Anzeigetafel für das Boarding im Terminal A , Flughafen Kiev für „Domestic flights“.

Ich habe zwar eine Weile gebraucht , bis ich festgestellt habe, dass ich nicht das Objekt der Betrachtung ausnahmslos jeden Fluggasts gewesen bin; aber ich hab´s trotzdem genossen. In Schritthöhe sozusagen, bei High Heels auch manchmal darunter. Das ist auch der Grund warum ich in dieser Position eine Stunde ausgehalten habe. Eine hervorragende Gelegenheit sich ungestört Gedanken über Fahrwerkstuning und die Ukrainische Schuhmode zu machen, zumal hier das Objekt der Begutachtung gesagte drei Minuten regungslos zur Verfügung stand. Die Schuhmode ist wie eh und jeh : schwarz , spitz und blankgeputzt bei den Herren; ab und zu mal ein Turnschuh dazwischen, dann ausgelatscht und verdreckt; allerdings erweiterte ich meinen Horizont und weiß nun, dass es Sportschuhe auch in Gold und Silber gibt. Das Fahrwerkstuning ist auch wie eh und jeh. Ich glaub, im Sommer doch noch etwas feiner abgestimmt.

Die gesamte Etage im Souterrain (feines Deutsch :=)… also „im Keller“ ) ist den „Örtlichkeiten“ vorbehalten. Zukünftigen Besuchern empfehle ich die richtige Treppe nach unten! Männer rechts , Damen links ! Der Weg zwischen falscher Treppe links zu Männer-WC rechts grenzt an einen Wandertag und könnte bei falsch eingeschätztem Füllstand der Blase zu Schwierigkeiten führen.

Ich nahm natürlich den falschen Abgang! Natürlicherweise habe ich dann auch drei Minuten vor dem Boarding entdeckt, dass es im Airport Kiev eine Gepäck-Aufbewahrung gibt. Wie war das Wort mit „F“ ?... warum trag ich hier eigentlich 4 Stunden meine Bagage durch die Gegend?

I´m back

Im Flug PS 0402 , Ukrainian International Airlines, Frankfurt Kiev, hatten genau 3 Babies mit eingecheckt („wurden eingecheckt“ entspricht wohl mehr den Tatsachen). Entgegen meiner bisherigen Flugerfahrung platzierte man diesmal nicht eine Person in meiner Gewichtsklasse neben mir; auf dass der Pilot schweißtriefend permanent gegenlenken musste und ich bei jeder Bewegung meines Sitznachbarn an Presswehen glaubte. Nein alle Babies in Nachbarposition. Zwei links , eins recht direkt neben mir. Das wird lustig ! Ganz so schlimm war´s dann doch nicht. Baby neben mir verschlief den Flug, hatte gottlob eben schon einen weiten Weg hinter sich. Die Eltern sprachen englisch, aber Engländer waren es nicht, dafür hat er zu kultiviert seinen Reis mit Putenstreifen verspeist (bei einem Tommy hätte ich jetzt definitiv „gefressen“ schreiben müssen). Baby Nummer Zwei schlief oder wurde von seiner großen Schwester beschäftigt, konnte natürlich auch die Mutter sein. Der einzige der aus der Reihe tanzte war Klein-Iwan. Dem Krawall nach zu urteilen, welchen er zelebrierte ein zukünftiger ziemlich schrecklicher Iwan.

Warum schreib ich das eigentlich? Keine Ahnung, vor fünf Minuten hielt ich das noch für erwähnenswert.

Ach ja, ich bin wieder in Charkov.

22.02.2010

What´s Up?!

Nach reichlich Bedenkzeit, es waren wohl in der Summe so um die drei Minuten (plus/minus versteht sich) komm ich nicht umhin zuzugeben, dass mich Charkov wieder sehen wird. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich den Kursus "Kirchen-Russisch für Anfänger" nachholend belegen will. Vielmehr dazu trägt der Umstand bei, dass aus einem klassischen Blind-Date so in etwa etwas wie die große Liebe geworden ist.
Ach ja, und Irina, meine Lieblings-Russich-Lehrerin hat mich gebeten doch von der guten Suppe, welche ich ihr vererbt habe ( Magg** oder Kno** gekörnte Brühe im Kilo aus dem C+C Markt); etwas mitzubringen, FALLS ich wieder nach Charkov kommen sollte. Wenn DAS kein Argument ist!? Ich meine , so als zusätzliches. Mööööglicherweise übernehme ich die Generalvertretung für gekörnte Brühe in der Ukraine. Ich werd mal mit dem /den Produzenten telefonen. Leider werd ich in dem Fall mein "Deputat" nicht dafür verwenden können einen Porsche Cayenne zu kutschieren. Ich werd mich dran gewöhnen müssen gekörnte Brühe zu trinken. Täglich. Dreimal täglich! Ob man die mit Nemiroff strecken kann?

08.12.2009

Wiedermal eine Busreise - "The end"

Dimitri hat natürlich sofort gemerkt, dass sein Fahrgast wahrscheinlich ein немец ist. Der немец wollte sich nämlich als erstes anschnallen. Dimitri ist Taxifahrer, der немец war ich und das Taxi ein Lada Samara. "не нужно" - Brauchen wir nicht! Ist schon ein komisches Volk, die "немец"-en. Vollkommen uncool. Uncool war auch das Taxi. Lada´s sind für den slawischen Winter optimal konstruiert, die Heizleistung ist schlicht schweißtreibend.

Der Bus hatte ein deutsches Kennzeichen (aus irgendwelchen Gründen empfand ich das ziemlich beruhigend :=). Der Abschied von Irina und Kharkov war kurz und schmerzlos. Tränen gab es keine. Schuld daran war Igor Pechstein, der mich sehr herzlich als alten Bekannten begrüßte. Igor kannte ich von der Fahrt nach Kharkov, Igor war nach den traditionellen Verabschiedungszeremonien ziemlich besoffen und er war Jude. Wie alle Juden braucht er für Deutschland kein Visum, wohnt in München und ist Geschäftsmann. Wie alle Juden.

Der Bus mit deutschen Kennzeichen und ukrainischen Fahrern hatte eine aktuelle deutsche TÜV-Plakette und aus diesem Grund keine Havarie und war ziemlich schnell unterwegs. Das wiederum wußten die polnischen Grenzer. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, nämlich dass ein deutscher Bus mit ukrainischen Fahrgästen und einem mittvierziger Russisch-Studenten überpünktlich Deutschland erreicht, ließen sie sich feiern; die polnischen Grenzer, 3 Stunden lang.
Interessanterweise sind die Einstellungsbedingungen für Frauen bei den polnischen und ukrainischen Behörden dieselben. Voraussetzung bei beiden sind deutliches Übergewicht, ein zur Faust geballtes Gesicht und schlechte Laune.
Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass die deutsche Grenze dank polnischer Grenzerinnen im Osten ziemlich sicher ist.

Der Rest ist schnell dokumentiert:

Ich sah das schönste Klo-Häuschen Mitteleuropas,










hatte feudale Mahlzeiten








und sah nach schlaflosen 36 Stunden etwas schlaflos aus und die Heimat wieder.
Erstaunlicherweise empfand ich das nicht unbedingt als ein gemütsbewegendes Ereignis.
OK, da waren auf einmal weiße Streifen auf den Straßen. Autos bewegen sich nach Heeresdienstvorschrift, keiner hupt , keiner macht eine dritte Spur auf, alle respektieren rote Ampeln und sind angeschnallt. Alles auf einmal schön ordentlich und sauber, Straße gekehrt, Gardinen frisch gewaschen, Weihnachtsstern im Fenster. Benzin einsdreiunddreißig, Zigaretten vier Euro. Regen.
DEUTSCH eben.
Man sieht, es geht wieder aufwärts in Deutschland...
sicher und seelenlos !

Mein Herz ist in Charkov geblieben. In der Ukraine.
Bei diesen verrückten liebenswerten Menschen mit all ihren vielen kleinen Schwächen und großartigen Stärken. Sie sind freundlich, sie sind hilfsbereit, sie sind stolz auf ihr Land; ein Land das auf dem Reißbrett entstand, das Armenhaus Europas, Spielball der Weltmächte und korrupter Politiker.

Meine Seele ist auch in Charkov geblieben.
Weil ich hatte noch etwas davon. Und...
eine Ukrainerin hat mich geküsst.

07.12.2009

Vitaly, Lesya,Wladimir und andere letzte Eindrücke (2)












Pelze ! Zur Zeit billig zu haben, 70% preisgesenkt.
Alles muss raus! Vollkommen raus ! Weil die Ukraine will in die EU. EU heißt nicht nur "Genormt Speis und Trank" , EU heißt auch Tier-und Umweltschützer, in der militanten Form. Und weil Jevgeni Ch. , Cayenne-Fahrer und Inhaber des Pelzgeschäfts am Platz der Unabhängigkeit, Angst um seine Fensterscheiben hat, macht er Ausverkauf bei den Pelzen und steigt auf "Bio" um.
*************
"Bio" gibt es auch in JEDER gastronomischen Einrichtung.

Das ganze nennt sich dann
фреш
яблочный, грепфрутовый ,мультивутамин ,Томатный ,Персиковый ,Ананасовый
Apfel/Grapefruit/Multivitamin/Tomaten/Pfirsich/Ananas
kostet meistens um die 23 Griwen und sieht lecker aus.
Was es nicht gibt ist ist
фреш Луковый сок - frisch gepresster Zwiebelsaft.
Ist eben eine Mangelwirtschaft !
:=)

****************
Die erwartete Gewichtssteigerung ist gottlob ausgeblieben, sicherlich liegt das nicht an Speis und Trank in Kharkov. Diese sind wohlschmeckend, nahrhaft und meistens in zu kleinen Portionen, geometrisch, symetrisch ausgerichtet mit viel Liebe zubereitet:


*********
text folgt


***********

Vitaly, Lesya,Wladimir und andere letzte Eindrücke (1)

Vitaly liebt Lesya. Nur leider weiß Lesya das nicht.
Vitaly ist schüchtern und Lesya ist Studentin an der Universität in Kharkov.
Also was macht Vitaly? Er borgt sich von seinem besten Freund Igor einen Laserdrucker, kauft Papier und Klebeband, und macht sich an die Arbeit.
Und Vitaly ist schlau ! Er studiert Marketing an einer Universität, an welcher man das studieren kann. Daher weiß er ganz genau, wie er seiner geliebten Lesya mitteilen kann, was er ihr mitteilen will, nämlich dass er sie liebt. Er hat genau ausgerechnet, dass er mit 500 Blatt Papier genau hinkommt , wenn er von der Metro-Station Istoritschesky Museum bis zur Universität seiner geliebten Lesya alle 4,3 Meter zu erkennen gibt, dass er sie liebt. Das ist nämlich genau die Strecke, welche Lesya jeden Morgen zur Universität zu Fuß unterwegs ist. Auf High Heels. Versteht sich!

Romantisch! Oder ? Auf jeden Fall!
Ich denke mal, dass Lesya gar nicht anders kann, als Vitaly in ihr kleines Studentinnen-Herz zu schliessen.
ABER, mein Freund Vitaly !
Man(n) muss sich nicht entschuldigen("...извени меня..."), wenn man eine Frau liebt.
MERK Dir das! (für´s nächste Mal :=)

******************

Wladimir ist Natschalnik bei den Kharkoviter Stadtarbeitern. Genau ! DIE Truppenteile, welche vor geraumer Zeit begonnen haben, mittels schwerer Technik den Platz am Opernoi Teatr zu verweihnachtlichen. Und weil die Kharkoviter Stadtarbeiter mit ihrem Natschalnik Wladimir ihre Aufgaben sehr gewissenhaft erfüllt haben, hat die Stadtverwaltung beschlossen ihre Stadtarbeiter zu belohnen. Sie dürfen nun die gesamte Sumskaya bis hin zur Metro- Stanzia Universitetskaya weihnachtlich dekorieren. Das tun sie nun weiterhin gewissenhaft und mit schwerer russischer Siegestechnik (Kfz URAL, Schweine SIL).



Allerdings war Natschalnik Wladimir von den Stadtarbeitern aus Kharkov heute nicht ganz bei der Sache. Er hatte nämlich auf dem Fahndungsfoto im Fenster der Milizstation am Monument Lenina (gleich neben den BIO-Toi-Toi-Toiletten-Häuschen) seinen Freund Wassili X. erkannt. Wassili wird mit Haftbefehl gesucht, weil er kein Deputat an den Miliz-Chef in seinem Rayon bezahlen wollte. Nun eigentlich wollte er ja bezahlen, aber da er Medizin für seine kranke Babuschka kaufen musste, war er sozusagen blank und der Miliz-Chef böse auf ihn.

Ja, also wie gesagt, Natschalnik Wladimir vergass bei Arbeitsschluss, pünktlich um 15:52 Uhr, vollkommen in sorgenvolle Gedanken an seinen Freund Wassili versunken, den Stecker des heutigen Werks seiner Stadtarbeiter auf der Sumskaya aus der Steckdose zu ziehen. Diesem unglücklichen Zustand verdanken wir den einmaligen glücklichen Zustand schon mal eine kleine Kostprobe der zukünftigen Illumination der Sumskaya in Kharkov geniessen zu dürfen.


For
tsetzung folgt

03.12.2009

До свидания- letztes Posting aus Kharkov

До свидания Харьков,

мне нравится этот город .
Это очень красивый город.Здесь симпатичные люди,
красивые девушки,фантастичные здание и площади.
Я люблю этот город.

До свидания Харьков.
До свидания Ирина! Спасибо большоe !
До свидания Дорогая Таня! Красивая, девушка моя,
я возвращусь если ты хочешь!

Aufbruchstimmung

ja, doch...ein bißchen.
Eigentlich nicht im positiven Sinne.
Also notgedrungener Maßen.
FUCK !!!

02.12.2009

Ein falscher Eindruck

könnte entstehen, wenn ich heute mal aus lieber langer Weile einen kleinen Eindruck in ein Ukrainisches "Irish Pub" abgebe. Nicht dass ich mich heute schon wieder dem verpönten Genuß von Alkohol in Form einiger Staropramen hin gegeben habe. Nein !!! Ich war bloß vorgestern zu faul noch mehr zu schreiben und gestern streikte die Telekom hier.
(Momentan ist nicht viel zu berichten, .... Eigentlich DOCH, aber der Gentlemen geniest und .... schweigt. ICH WILL NACH HAUSE !!! ) :=)

Das Ukrainische Irish Pub ist wie überall auf der Welt mit Unmengen an GUINNESS- Werbung dekoriert, zusätzlich gibt es hier noch so ungefähr 2000 (nicht übertrieben!) Bierdeckel aus aller Welt als Wandschmuck zu betrachten. Alle in 1-A Zustand und aus den exotischsten Ecken der Welt, zum Beispiel Braugold aus Erfurt, Eisenacher Brauerei oder Freitaler.
Was es nicht gibt ist GUINNESS und Frauen. Dafür gibt es Staropramen für billig Geld und interessante Leute mit Inventarnummer , wie halt überall auf der Welt.

Der wichtigste Mann in jedem Pub ist der Barman. Sergej Iwanowitsch X.
Sergej Iwanowitsch sieht ein bißchen aus wie John Belushi, hat allerdings etwas mehr Bauchumfang und ein besseres Russisch drauf als der Kleine von den Blues Brothers. Und er hat, wie jeder Bartender auf der Welt, ein fantastisches Gedächtnis. Er fand es höchst amüsant, dass ich mich beim ersten Besuch mit einem kräftigen Klopfen auf den Tresen verabschiedet habe. Nicht dass ich nach zwei Staropramen nicht mehr "До свидания"sagen konnte... ist eben Macht der Gewohnheit. Seit dem hat er sich gemerkt, was ich trinke. Das ist wiederum für die Praxis meiner Russisch-Kenntnisse nicht gut.

Sergej Iwanowitschs rechte Hände (Jawohl, er hat zwei davon!) heißen Natasha und Elena. So wie eben jede zweite und dritte Ukrainerin. Also auch nicht neues, alles vertraut. Sie sind sehr emsig und freundlich. Die eine von beiden darf keine Himbeer-Limo trinken und die andere darf sich nicht setzen. Weil erstere dann ausschaut wie ein Fieberthermometer und zweitere ohne fremde Hilfe nicht mehr aus dem Stuhl rauskommt. Nicht dass sie krank sind, oder so. Sie sind ganz einfach gegensätzlich veranlagt. Die eine dünn, die andere hat ein breiteres Fahrgestell. Beides maßlos untertrieben, versteht sich :=)

Die linke Hand von S.I. (ich kürz mal im folgenden etwas ab) ist der Koch. Der Koch wird mit internationalen Haftbefehl gesucht, weil er versteckt sich in der Küche. Kann natürlich sein, dass es eine Sie ist. Ist egal, kochen kann er/sie.

Nicht die rechte Hand von S.I, zumindest nicht im Geschäft, ist Svetlana. Svetlana ist die Freundin von S.I. und kann nicht schwimmen. Und weil sie ein sehr vorsichtiger Mensch ist hat sie deswegen permanent ihre Schwimmringe bei. Kann natürlich sein, dass ich mich verguckt habe (ich habe selten eine Brille im Pub dabei), und die Ringe resultieren daraus, dass sie jeden Tag eine halbe Flasche Chardonnay verhaftet.

Der zweitwichtigste Mann ist Alexej Semionowitsch, weil er ist Stammgast Nummer Eins und hält die Stellung sprich Tresen wenn S.I. zum Telefonieren mal das Lokal verlässt. Das ist notwendig, weil Telefonieren in Ukrainischen Lokalitäten unmöglich ist. Die Musik-oder TV-bedingten Schallwellen in Ukrainischen Lokalitäten erzeugen ein Unmaß an Interferenzen, vor dem jedes Funknetz die Hände hebt und aufgibt. Alexej ist Mitte Zwanzig, vielleicht auch Mitte Vierzig und, weil er nie seinen Posten am Tresen verlässt, mittels Internettelefon mit der Außenwelt verbunden. Er ist der einzige der keine schwarzen Schuhe trägt und wahrscheinlich der ewige Student von Kharkov.

Eine sehr kurze, dafür tägliche Erscheinung ist Semion Cornowitsch. Semion trinkt ein eisgekühles Mineralwasser, einen doppelten Espresso, raucht eine stinkende Zigarre, für welche er von S.I. einen Spezial-Aschenbecher kriegt, und ist wieder verschwunden. Er sieht ein bißchen aus wie Sean Connery in jungen Jahren und hat auch ein Internethandy.

Ich geh da nicht mehr hin !

Weil ich fahr übermorgen wieder heim. :=)

***
Personen und Story sind frei erfunden. Eventuell bestehende Ähnlichkeiten
..........u.s.w.........:=)